Startseite Impressum
 
Die Entwicklung des Jena-Plans

Der Jena-Plan einer freien allgemeinen Volksschule



Das Schulkonzept ist älter als man denkt. Nicht erst seit den aktuellen PISA-Studien wird nach dem Jena-Plan an zahlreichen Schulen, wenn auch oft unbewusst, gearbeitet bzw. unterrichtet.

Peter Petersen übernahm Anfang der 20. Jahrhunderts einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft an der heutigen Friedrich-Schiller-Universität in Jena.
1912 wurde ihm während eines Besuchs eines Landerziehungsheimes die traurige Schulwirklichkeit klar. Petersen sammelte praktische Erfahrungen, Beobachtungen und Aussprachen im Lehrerkreis. Schließlich war er davon überzeugt, die Erziehungswissenschaft zu verändern.
Die dem Jena-Plan zu Grunde liegende Frage lautete:

"Wie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualität zur Persönlichkeit vollenden kann?"

(Peter Petersen)

Petersens Schularbeit  hatte das Ziel eine voruniversitäre Jedermanns-Schule nach neuen erzieherischen Funktionen zu entwickeln. Junge Menschen sollten auf selbstbestimmte und verantwortlich Entscheidungen im gesellschaftlichen Leben vorzubereitet werden.

Von nun an untersuchte er das Schulleben und die allgemeine Erziehungswissenschaft. Durch Schulpraktika und "Pädagogische Wochen" an der Universität Jena entwickelte sich der Aufgabenkreis "Neue Erziehung". Es sollte eine neue Schulform auf Basis von "Erziehungswissenschaftliche Anstalt und ihre Schule" und "Schule der Selbstbestätigung".
Die erste Versuchsschule "Erziehungswissenschaftliche Anstalt" zu Jena wurde eröffnet und lieferte wertvolle Kritik und Anregung für Petersens weitere Arbeit. Erste Veröffentlichungen wie "Zur neuen Unterrichts- und Erziehungslehre" erschienen.
Der Jena-Plan ist das Ergebnis Petersens innerer Schulreform und neuer Erziehung.

Der Begriff Jena-Plan wurde 1925 von den Mitgliedern des Londoner Komitees zur IV. Tagung der "New Education Fellowship" 1927 in Locarno geprägt. Dort trat er mit seinen neuen Ergebnissen vor die pädagogische Welt.

Ich mache die Damen Miss Clare Soper und Miss Dorothy Matthews-London für die Namensgebung haftbar."

(Peter Petersen)


Petersen sieht den Jena-Plan Ausgangsform bei der Gestaltung vieler Schulen. Eine neue Schule muss also nicht unbedingt zu 100% nach dem Jena-Plan funktionieren, sondern er dient als "Plattform", von der "ausgegangen" werden kann.


 
 
  Entwicklung
  · Petersen
  Schulkonzept
  Schulalltag
  Schulen
© 2006-2010 Martin Heidenreich.